Seit dem 01. August 2011 sendet in Deutschland das neue Digitalradio. Insgesamt 13 Programme senden über den Standard DAB+. Viele davon erschließen über DAB+ neue Verbreitungsgebiete und damit neue Hörer. Mit einem Blick auf die heute erschienenen Hörerzahlen wollen wir mal nachsehen, ob sich die Digitalradio-Verbreitung der Sender bereits in Hörerzahlen ausweisen lässt.
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Dazu haben wir die Hörerzahlen in der Tagesreichweite (Mo-Fr) genommen. Hier werden sechs der 13 Digitalradio-Sender ausgewiesen. Mit Ausnahme von sunshine live konnten alle Sender in der Tagesreichweite zulegen, RADIO BOB! sogar um 22,4 Prozent. Auch in der für die Werbewirtschaft wichtigen Ausweisung der Hörer je Durchschnittsstunde konnten die Privatradios zulegen. Hier konnte sunshine live ein Rekordergebnis einfahren und schaffte erstmals die Grenze von 100.000 Hörern.
Allerdings lässt sich die Steigerung der Hörerzahlen nicht nachweislich auf das Digitalradio zurück führen. Daher werden wir auch in der kommenden Media Analyse einen Vergleich der Hörerzahlen veröffentlichen.
Im übrigend gibt es in Bayern in der aktuellen Funkanalyse erste Ergebnisse zur Digitalradio-Nutzung. Dazu veröffentlichte die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) heute folgende Pressemitteilung:
Digitalradio erreicht täglich rund 200.000 Hörer in Bayern
Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat in Kooperation mit bayerischen und bundesweiten DAB-Anbietern im Rahmen der Funkanalyse Bayern 2012 eine detaillierte Untersuchung zur Nutzung von Digitalradio-Programmen in Bayern durchgeführt. Danach erreichen die DAB-Programme bereits kurz nach dem Sendestart von DAB+ eine respektable Hörerschaft. Im Lauf von zwei Wochen werden DAB-Programme immerhin von rund 800.000 Personen in Bayern gehört. Rund 200.000 Personen hören an einem durchschnittlichen Wochentag mindestens ein Digitalradio-Programm.
In dieser Untersuchung wurden erstmals alle empfangbaren DAB-Programme vergleichbar mit den etablierten UKW-Hörfunkprogrammen abgefragt.
Hierzu wurden bei einer Teilstichprobe von 4.000 Befragten ab 14 Jahre in Bayern zusätzlich zu den UKW-Sendern alle empfangbaren DAB-Sender gestützt, d.h. durch Vorlesen des Sendernamens und –slogans abgefragt, während bei den übrigen 17.570 Befragten ab 14 Jahre in Bayern wie bisher nur die empfangbaren UKW-Sender und die lokalen DAB-Sender vorgelesen wurden.
Zu den zentralen Resultaten des Methodentests gehört, dass bei der gestützten Abfrage für die DAB-Sender eine deutlich höhere Reichweite gemessen wird als ungestützt. Die Reichweiten der UKW-Sender werden zudem durch die gestützte Abfrage weiterer Programme grundsätzlich nicht negativ beeinflusst. Bei gestütz-ter Abfrage von durchschnittlich 43 Radioprogrammen gegenüber 26 Programmen in der Kontrollstichprobe verlängerte sich zwar die Interviewdauer. Dies führte aber nicht zu relevanten Mehrabbrüchen der Interviews.
Die BLM plant, die weitere Entwicklung der Nutzung von Digitalradio auch im Rahmen der Funkanalyse Bayern 2013 zu untersuchen.