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CIVIS Radiopreise 2012 für SWR und Deutschlandradio Kultur

PRESSEMITTEILUNG
Mit dem begehrten CIVIS Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt sind am Mittwochabend während einer festlichen TV Gala im Europäischen Parlament in Brüssel sieben europäische Radio- und Fernsehprogramme ausgezeichnet worden.

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Der mit insgesamt 40.000 Euro (5.000 Euro pro Kategorie) dotierte Preis ging in diesem Jahr an Produktionen von SRF (Schweiz), VPRO (Niederlande), Deutschlandradio, WDR, SWR, ZDF sowie die "Nederlandse Film en Televisie Academie" in Amsterdam. Ausgewählt wurden sie von einer internationalen Jury unabhängiger Medienexperten.

Mit dem "European CIVIS Online Media Prize" wurde bereits im April das Webangebot des multilingualen Pariser Onlinemagazin >www.cafebabel.com< prämiert. Die ARD/ERSTE überträgt die Preisverleihung am 10.05.2012 um 0.00 Uhr.

CIVIS feiert 2012 ein Jubiläum: 25 Jahre CIVIS Medienpreis!

Der CIVIS Medienpreis zeichnet jährlich Beiträge aus, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster nationaler, ethnischer, religiöser oder kultureller Herkunft fördern. Am europäischen Wettbewerb 2012 nahmen 631 Programme aus 25 EU-Staaten und der Schweiz teil - ein erfreulich hohes Gesamtergebnis. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel lobte in ihrer Grußbotschaft zum Festakt "die 25-jährige Erfolgsgeschichte dieses renommierten Medienpreises". Schirmherr des CIVIS Medienpreises 2012 ist der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz. Mit ihm nahmen zahlreiche weitere prominente Gäste an der von Sandra Maischberger moderierten Fernsehpreisverleihung im Europäischen Parlament teil. Unter ihnen die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Thomas Kreuzer, die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel, NDR-Intendant Lutz Marmor, der Intendant der Deutschen Welle Erik Betermann, der Direktor des Schweizerischen SRG SSR Mariano Tschuor, der Geschäftsführer des ORF III Fernsehens, Peter Schöber, Fernsehmoderator Frank Elstner, ARD-Tagesthemenmoderator Tom Buhrow, ARD-Tatort-Kommissar Miroslav Nemec, Fernsehjournalistin Sonia Seymour Mikich, die Filmschauspielerinnen Suzanne von Borsody und Marie Luise Marjan, ZDF-Moderator Cherno Jobatey, und Michael Radix, Geschäftsführer der CIVIS Medienstiftung.

Der Europäische CIVIS Fernsehpreis im Bereich Unterhaltung (fiction) ging in diesem Jahr an Marius van Duijn für "No place like home" (VPRO). Die bitterböse Game Show entlarvt die Fragwürdigkeit öffentlicher Integrationsforderungen angesichts der realen Abschiebepraxis in Europa. "Ein gnadenloses Spiel" so die Jury, "das mit strahlenden Gesichtern das Elend der Asylsuchenden verdeutlicht: Mit einem Lachen das im Halse stecken bleibt. Eine formal wie inhaltlich herausragende Programmleistung."

Den Europäischen CIVIS Fernsehpreis im Bereich Information erhielt der Autor Mano Khalil für seine Dokumentation "Filmszene: Unser Garten Eden" (SRF). Er dokumentiert darin das bisweilen dramatische Zusammenleben von Urschweizern und Neuschweizern in einer multikulturellen Gartenkolonie. Die Jury befand: " Eine großartige, journalistisch wie filmisch herausragende Dokumentation".

Mit dem Deutschen CIVIS Fernsehpreis im Bereich Unterhaltung (fiction) wurden die Autoren Ali Samadi Ahadi und Arne Nolting ausgezeichnet. In "Salami Aleikum" (ZDF) verliebt sich ein kleiner Perser in die riesige Tochter eines ostdeutschen Dorfwirts und wird so zum Hoffnungsträger, der seit der Wende brachliegenden Textilindustrie. "Eine groteske Komödie, die lustvoll mit kulturellen Stereotypen spielt", urteilt die Jury. "Eine lustige, emotional starke und bewegende Ethno-Comedy. Filmisch und schauspielerisch erstklassig."

Der Deutsche CIVIS Fernsehpreis im Bereich Information ging an Güner Yasemin Balci und Nicola Graef für ihre Dokumentation "Menschen hautnah: Tod einer Richterin - Auf den Spuren von Kirstin Heisig" (WDR). Die Autorinnen zeigen die Berliner Jugendrichterin Kirstin Heisig in ihrem großen persönlichen Engagement für zeitnahe Strafverfolgung, Rechtssprechung sowie Prävention und Integration straffällig gewordener Jugendlicher. Die Jury urteilte: "Spannend, hochinteressant - beeindruckend in Form und Inhalt."

Der Europäische CIVIS Radiopreis im Bereich "Lange Programme" (ab sechs Minuten) ging an Patrick Batarilo für sein Radiofeature "Back to Bosporus" (SWR). Immer mehr Türken der zweiten und dritten Generation kehren Deutschland den Rücken und ziehen an den Bosporus. Der Autor folgt den Deutschtürken in die Türkei und entdeckt diese als Vermittler deutscher Kultur. "Es entsteht", so die Jury, "ein Spiegel der deutschen Integrationsdebatte - humorvoll und von hoher radiophoner Qualität".

Mit dem Europäischen CIVIS Radiopreis im Bereich "Kurze Programme" (bis sechs Minuten) wurde Christina Rubarth für ihre Reportage "Einen Sommer lang ... Sommercamp für Roma-kinder in Berlin" (Deutschlandradio Kultur) ausgezeichnet. Viele Romakinder sprechen kaum ein Wort Deutsch, auch nach Monaten Schulunterricht nicht. Die Autorin nähert sich den Romakindern behutsam und stellt deren Aussagen in den Mittelpunkt. "Ein eindruckvolles, dichtes Hörerlebnis", lobt die Jury. "Ein politisch wichtiger Beitrag über Europas größte Minderheit."

Der Förderpreis European Young CIVIS Media Prize ging an den Regisseur Shariff Korver für seinen Fernsehfilm "No way back" (Nederlandse Film en Televisie Academie). Die Handlung spielt in einem niederländischen Flüchtlingscamp und erzählt ein spannendes psychologisches Drama. "Ein Film der Stellungnahme fordert", urteilt die Jury. "Bildstark und eindringlich. Eine herausragende Regieleistung. Formal wie inhaltlich beeindruckend."

Alle Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick

Europäischer CIVIS Fernsehpreis - Unterhaltung (fiction):

"No place like home" (VPRO), Marius van Duijn

Europäischer CIVIS Fernsehpreis - Information:

"Unser Garten Eden" - Mano Khalil

Deutscher CIVIS Fernsehpreis - Unterhaltung (fiction):

"Salami Aleikum" (ZDF) - Ali Samadi Ahadi, Arne Nolting

Deutscher CIVIS Fernsehpreis - Information:

"Tod einer Richterin - Kirsten Heisig" (WDR) - Güner Yasemin Balci, Nicole Graef

Europäischer CIVIS Radiopreis - Lange Programme ab sechs Minuten:

"Back to Bosporus" (SWR) - Patrick Batarilo

Europäischer CIVIS Radiopreis - Kurze Programme bis sechs Minuten:

"Sommercamp für Romakinder in Berlin" (Dradio Kultur) - Christine Rubarth

European Young CIVIS Media Prize:

"No way back" (Nederlandse Film en Televisie Academie Amsterdam) - Shariff Korver

European CIVIS Online Media Prize:

Webangebot des Pariser Onlinemagazins "cafebabel.com" -Alexandre Heully

Sendetermine CIVIS Medienpreis 2012

PHOENIX 09.05.2012 23.00 Uhr (Der Tag)

ARD/Das Erste 10.05.2012 00.00 Uhr

ORF III Fernsehen 10.05.2012 23.00 Uhr

tagesschau24 11.05.2012 21.00 Uhr

WDR Fernsehen 12.05.2012 10.00 Uhr

3sat 13.05.2012 12.00 Uhr


Veröffentlicht von Tom Sprenger am 10.05.2012
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