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Frankreich plant Digitalradio-Start für dieses Jahr


In Frankreich kommt in das schon totgeglaubte Thema Digitalradio wieder Bewegung. Die Medienbehörde CSA plant jetzt noch für 2012 den Start erster Digitalradio-Multiplexe im regulären Betrieb. Das wurde in der vergangenen Woche publik gemacht.

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Zweistufiges Verfahren
In einem ersten Schritt sollen Lizenzen an die bereits im Mai 2009 vorausgewählten Bewerber in Paris, Nizza und Marseille ausgestellt werden. In der Hauptstadt erhielten damals 63 Stationen den Zuschlag (davon 7 nicht auf UKW vertretene Programme), in Marseille 41 (davon 12 neue) und Nizza 40 (13 neue). Allerdings sind einige dieser Projekte in der Zwischenzeit eingestellt oder ihre Realisierung unklar. Es bedarf also noch einiger Abklärungen.

In einem zweiten Schritt wird es dann Ende 2012 eine Ausschreibung in 20 französischen Mittelstädten geben. Zielsetzung ist rund 50 Prozent der französischen Bevölkerung im Rahmen des Startszenarios mit Digitalradio zu versorgen.

Kurswechsel: DAB+ angestrebt
Der CSA strebt DAB+ als Übertragungsstandard an. Noch stehen aber Entscheidungen vom zuständigen Ministerium und anderen involvierten Stellen sowie ein öffentlicher Konsultationsprozess aus. Bis dato setzte Frankreich bei der Digitalisierung des Hörfunks in einem Alleingang auf T-DMB. Doch die meisten europäischen Staaten haben sich mittlerweile auf DAB+ als Standard festgelegt. Zudem wird seit einiger Zeit auch mit den geringeren Verbreitungskosten für DAB+ als zusätzlichem Übertragungsweg geworben. 

Kleinere Privatradios unterstützen Digitalradiopläne

Die großen französischen Radiogruppen stehen der Digitalisierung mit dem Verweis auf die entstehenden Kosten grundsätzlich skeptisch gegenüber. Während die kleineren Networks, die in etlichen Großstädten über keine UKW-Frequenzen verfügen, in der Digitalisierung Chancen sehen. Sie hatten auf den Neustart des Digitalradio-Projektes hingewirkt und sich auch an den Testensembles in Lyon, Nantes und Marseille beteiligt. So kündigen Oüi FM, Radio FG, Chante France, Africa No.1, Jazz Radio und Radio Nova bereits die Wahrnehmung ihrer Lizenzen bzw. ihre Teilnahme an den anstehenden Ausschreibungen an.

Veröffentlicht von Tom Sprenger am 18.03.2012
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